Neue Düngeverordnung

Düngeverordnung 2020

Seit dem 1.Mai 2020 gilt die neue Düngeverodnung in ganz Deutschland. Im folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die nun in allen Gebieten geltenden Maßnahmen geben. Die Landesdüngeverordnung gilt ab dem 01.01.2021. Diese enthält einige Neuerungen für die roten Gebiete welche wir Ihnen im unteren Bereich gerne näher erläutern wollen.

Die nachfolgenden Texte und Bilder beruhen auf Daten der Landwirtschaftskammer NRW.

Kompakt für Sie zusammengefasst

Stand: 1.Mai 2020

Wichtiger Hinweis:
Bitte verfolgen Sie die Veröffentlichungen in der Fachpresse LZ Rheinland  und  Wochenblatt für Landwirtschaft oder unter www.landwirtschaftskammer.de zum aktuellen Stand der  Regelungen zur Umsetzung der Düngeverordnung 2020.
Über die Länderbefugnisse (§ 13) sind weitergehende bzw. abweichende Vorgaben auch für NRW zu erwarten.

Dokumentation der Düngemaßnahmen

Eine Düngebedarfsermittlung für N & P muss weiterhin gemacht werden. Die bisherige Reglung zur Stoffstrombilanz sind noch gültig, sollen aber in einer eigenen Verordnung angepasst werden.

Der Nährstoffvergleich und dessen Bewertung wurden gestrichen.

Stattdessen sind spätestens zwei Tage nach jeder Düngungsmaßnahme Angaben zu Schlagname, Schlaggröße, Art und Menge des Nährstoffträgers, aufgebrachte Menge an N (Gesamt-N, verfügbarer N) und P2O5 aufzuzeichnen.

Bei Beweidung sind am Ende der Weideperiode Weidetage, Tierart, -zahl aufzuzeichnen.

 

Düngebedarfsermittlung

Das bei der Düngebedarfsermittlung zu berücksichtigende tatsächliche Ertragsniveau der angebauten Kultur bezieht sich auf die letzten 5 Jahre.

Anrechnung der Herbstdüngung zu Winterraps, Wintergerste beim N-Bedarfswert im folgenden Frühjahr.

Erhöhung des ermittelten Düngebedarfs um maximal 10 % infolge nachträglich eintretender Umstände (z.B. Starkniederschlagsereignisse).

Erhöhung der Mindestwirksamkeit von Rinder- und Schweinegülle sowie flüssigen Gärrückständen im Jahr der Ausbringung um 10 % auf Ackerland ab 01.05.2020 und auf Grünland ab 01.02.2025.

Herbstdüngung

Grundsätzlich ist eine Düngung nur bei entsprechendem Düngebedarf zulässig. Dies gilt auch weiterhin für eine Düngung im Herbst.

 

Sperrfristen

Zusätzlich zu den alten Sperrfristen gelten für alle Gebiete ab sofort die folgenden neuen Vorgaben:

Verlängerung der Sperrfrist für die Aufbringung von Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost um zwei Wochen vom 01.12. bis 15.01.

Sperrfrist für das Aufbringen von phosphathaltigen Düngemitteln auf Acker- und Grünland flächendeckend vom 01.12. bis zum 15.01.

Die Aufbringmenge von flüssigen organischen Düngemitteln auf Dauer-grünland und mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat bis 15. Mai) in der Zeit vom 01. September bis Beginn der Sperrfrist ist auf 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar begrenzt.

 

Aufnahmefähigkeit des Bodens

Aufnahmefähigkeit des Bodens

Stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel dürfen nicht aufgebracht werden, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist.

Ausnahmeregelungen für eine Aufbringung auf gefrorenem Boden wurden gestrichen.

N-Obergrenze

N-Obergrenze

Der Einsatz von organischen Düngemitteln ist auf 170 kg/ha Gesamt-N im Betriebsdurchschnitt begrenzt. Bei der Berechnung der 170 kg N/ha-Obergrenze müssen Flächen, auf denen die Aufbringung von N-haltigen Düngemitteln nach anderen als düngerechtlichen Vorschriften oder vertraglich verboten oder eingeschränkt ist, vor der Berechnung des Flächendurchschnitts von der zu berücksichtigenden Fläche abgezogen werden.

Gewässerabstände

Gewässerabstände

  1. Erhöhung des Gewässerabstandes ohne Düngung von 1 m auf 3 m Meter bei Flächen ab 5 % Hangneigung,
  2. Erhöhung des Gewässerabstandes ohne Düngung auf 5 m Meter bei Flächen ab 10 % Hangneigung,

  3. Erhöhung des Gewässerabstandes ohne Düngung von jetzt 5 m auf 10 m in hängigem Gelände ab 15 % Hangneigung,

  4. Ab 5 % Hangneigung sind Düngemittel auf unbestelltem Ackerland sofort einzuarbeiten; auf bestellten Ackerflächen ist die Düngung bei Reihenkultur ≥ 45 cm nur mit Untersaat oder sofortiger Einarbeitung, ohne Reihenkultur nur bei hinreichendem Pflanzenbestand bzw. Mulch-/ Direktsaat zulässig,

  5. Verpflichtung zur Aufteilung der Düngegabe ab einer Hangneigung von 10 %, wenn der Düngebedarf mehr als 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar beträgt.

 

Einarbeitungszeit

Einarbeitungszeit

Verkürzung der Einarbeitungszeit auf eine Stunde für organische, organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff und Harnstoff bei der Aufbringung auf unbestelltem Ackerland ab 01. Februar 2025.

Hinweis:

In NRW gilt in nitratbelasteten Gebieten bereits jetzt eine einstündige Einarbeitungsfrist auf unbestelltem Ackerland.

Roter Grundwasserkörper

Stand: 1.Mai 2020

Neben der bundesweiten Düngeverordnung ist auch die Landesdüngeverordnung verabschiedet. Am 1.1.2021 treten die zusätzlichen Regeln für die roten Gebiete in Kraft, diese werden im Foldenden vorgestellt. Es kommen noch mindestens 2 weitere Maßnahmen hinzu, diese sind aber noch nicht von der NRW Landesregierung festgesetzt. Ob Ihre Flächen in ein nitratsensibeles Gebiet fallen und Sie somit die zusätzlichen Auflagen beachten müssen können Sie auf der Website ElwasWeb herausfinden.

N-Düngung unter Bedarf

Stickstoffdüngung 20 % unter errechneten Düngebedarf im Durchschnitt der Flächen in nitratsensiblen Gebieten.
 
Ausnahmen für Betriebe, die weniger als 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon nicht mehr als 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen

Ausnahme Dauergrünland, wenn Grünlandanteil im Gebiet unter 20 % liegt.

 

 

Schlagbezogene N-Obergrenze

Einhaltung der 170er N-Obergrenze beim Einsatz von organischen Düngemitteln auf jedem Schlag bzw. jeder Bewirtschaftungseinheit.

Ausnahmen für Betriebe, die weniger als 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon nicht mehr als 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen.

Herbstdüngung nur noch in Ausnahmefällen

Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem N-Gehalt auf Ackerland nach der Hauptfruchternte nur noch zu Zwischenfrüchten mit Futternutzung oder mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat bis 15.05.)

Ausnahme für Winterraps:
wenn durch eine Bodenprobe nachgewiesen wird, dass die verfügbare Stickstoffmenge im Boden unter 45 kg Stickstoff je Hektar liegt;

Ausnahme für Zwischenfrüchte ohne Futternutzung:
wenn Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost bis max 120 kg/ha Gesamt-N ausgebracht werden;

Begrenzung der N-Düngung im Herbst auf Grünland
Begrenzung der Aufbringung flüssiger organischer Düngemittel zu Dauergrünland, mehrjährigem Feldfutterbau vom 01.09. bis Beginn der Sperrfrist auf 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar.

Verpflichtender Zwischenfruchtanbau

Verpflichtender Zwischenfruchtanbau

 

Eine Stickstoffdüngung zu Kulturen mit einer Aussaat nach dem 1. Februar ist nur zulässig, wenn auf der betroffenen Fläche im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut und nicht vor 15.01. umgebrochen wurde.

Ausnahme:
bei spät geernteter Vorfrucht nach 01.10. oder
in besonders trockenen Gebieten (< 550 mm langj. Jahresniederschlagsmittel).

 

 

 

 

Sperrfristen

Sperrfristverlängerung auf Grünland
Verlängerung der Sperrfrist für die Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Stickstoffgehalt auf Grünland um vier Wochen vom 01.10. bis 31.01.
HINWEIS: Sperrfrist Grünland in nitratbelasteten Gebieten derzeit in NRW vom 15.10. bis 31.01. !

Sperrfristverlängerung für Festmist, Kompost
Verlängerung der Sperrfrist für Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost auf drei Monate vom 01.11. bis 31.01.

 

Phosphat belastete Gebiete

Phosphat belastete Gebiete

Kulisse muss noch ausgewiesen werden!

Einzugsgebiete von Gewässern, mit Eutrophierungsgefahr durch Phosphateinträge aus nachweislich landwirtschaftlichen Quellen