Festmist

Festmist ist ein Wirtschaftsdünger aus tierischen Ausscheidungen, mit Einstreu oder auch Futterresten vermischt, und hat einen Trockensubstanzgehalt von über 15%.
Aufgrund seiner geringen Stickstoff Verfügbarkeit unterliegt Festmist von Huf- oder Klauentieren im Vergleich zu anderen Düngemitteln abweichenden Regelungen in der Düngeverordnung 2017 (Änderungen in 2020 werden, sobald sie rechtskräftig sind, bekannt gegeben). Geflügelmist und Geflügeltrockenkot fällt nicht unter diese Regelungen.

Stickstoffausnutzung

Wird Festmist von Huf- oder Klauentieren nach der Ernte der Hauptkultur bis zur Einsaat der Folgekultur im nächsten Jahr aufgebracht, so gibt es Mindestwerte für die Ausnutzung des Stickstoffs z. B. 25 % bei Rindermist, 30 % bei Schweinemist die angerechnet werden müssen. Das bedeutet, dass von dem berechneten Stickstoff Düngebedarf bei der Düngebedarfsermittlung (DBE) dieser Stickstoffanteil abgezogen werden muss. Dabei ist es egal, ob der Festmist im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr aufgebracht wurde.

Sperrfrist

Grundsätzlich gilt für Festmist von Huf und Klauentieren die gleiche Sperrfrist wie bei Kompost: 15.Dezember bis 15. Januar. Für Geflügelmist und Geflügeltrockenkot gelten Mindestlagerdauern von 4 Monaten (Ackerland) bzw. 3 Monaten (Grünland).

Lagerung

Betriebe, die Festmist erzeugen, müssen ab dem 01.01.2020 sicherzustellen, dass sie mindestens die in einem Zeitraum von zwei Monaten anfallende Festmist Menge sicher lagern können. Die Vorhaltung einer längeren Lagerdauer von beispielsweise 6 Monaten ist meist zu empfehlen. Nur so kann ein ackerbaulich und düngerechtlich sinnvoller Zeitpunkt gewählt werden. Der Landwirt ist flexibler in der Entscheidung, wann der Festmist ausgebracht werden soll und er kann besser auf ungünstige Witterungs- und Bodenverhältnisse reagieren. 

Eine Zwischenlagerung von Festmist in Feldmieten darf nur ausnahmsweise erfolgen. Eine Zwischenlagerung sollte in Zusammenhang mit einer geplanten Ausbringung stehen und einen Zeitraum von 4 Wochen nicht überschreiten. Wenn es aufgrund von Witterungsbedingung zu einer längeren Lagerung kommt ist eine Abdeckung zum Schutz vor Auswaschung empfohlen. Eine Zwischenlagerung ist nicht erlaubt in Wasserschutzzone 1 und 2 (letztere nur bei Talsperren).

Aufnahmefähigkeit des Bodens

Festmist von Huf- oder Klauentieren darf nicht aufgebracht werden, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist. Festmist von Huf- oder Klauentieren darf auf gefrorenem Boden unter Einhaltung folgender Bedingungen aufgebracht werden:

  • ein Abschwemmen in oberirdische Gewässer oder auf benachbarte Flächen ist nicht möglich,
  • der Boden trägt durch Einsaat einer Winterkultur oder von Zwischenfrüchten oder es handelt sich um Grünland oder Dauergrünland.
  • anderenfalls besteht die Gefahr einer Bodenverdichtung und von Strukturschäden durch
  • das Befahren.

Der Boden muss tagsüber nicht auftauen. Die Mengenbegrenzung von 60 kg/ha Gesamt-N bei Aufbringung auf gefrorenem Boden gilt nicht für Festmist von Huf- oder Klauentieren.

Aus den dargestellten Regelungen ergibt sich auch, dass eine Aufbringung auf unbestellten Ackerböden bei Frost verboten ist. Dies gilt auch für Festmist von Huf- oder Klauentieren!

Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Ackerland

Festmist von Huf- und Klauentieren unterliegt nicht der unverzüglichen Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Ackerland.

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