Gülle

Organische Düngemittel stammen in der Regel vom eigenen Betrieb oder Nachbarbetrieben und werden im Sinne der Kreislaufwirtschaft als wertvoller Dünger wieder zur optimalen Pflanzenversorgung eingesetzt.

Als organisches Düngemittel steht Gülle oft im Fokus der Berichterstattung, aber auch im Fokus für eine nachhaltige Versorgung ohne neuen, synthetisch hergestellten Dünger, in die Umwelt einzubringen. Gülle ist eine Mischung aus Kot und Harn von landwirtschaftlichen Nutztieren wie Schwein und Rind. Daneben gibt es noch weitere organische Düngeformen, wie Jauche oder Mist, die je nach Haltungsform der Tiere entstehen.

Mist ist fest und besteht aus Urin, Kot und aus einem Bindemittel, üblicherweise Stroh, genauere Erläuterungen sind auf unserer Seite „Festmist“ zu finden. Sickersäfte aus dem Festmist bezeichnet man als Jauche. Sie besteht hauptsächlich aus Urin und Regenwasser.

Daneben gibt es noch die Gärreste aus der Biogasanlage. In Biogasanlagen werden hauptsächlich Gülle oder Mist, nachwachsende Rohstoffpflanzen oder eine Mischung aus diesen Substraten eingefahren und unter Sauerstoffabschluss zur Energiegewinnung vergoren.

Im Sinne des Kreislaufgedankens werden Gülle, Festmist und Gärreste wieder als wichtiger Dünger auf den Flächen der landwirtschaftlichen Betriebe ausgebracht und versorgen so die Pflanzen mit lebenswichtigen Nährstoffen und den Boden mit Humus.

Die Düngeverordnung 2017 regelt einige Dinge bei der Handhabung mit organischen Düngemitteln. Sobald die Düngeverordnung 2020 mit weiteren Regeln rechtskräftig ist, werden diese hier ergänzt.

Sperrfrist

In folgenden Zeiträumen darf keine Gülle ausgebracht werden:

Ackerland: ab der Ernte der letzten Hauptfrucht bis 31. Januar

Grünland: bei einer Aussaat bis zum 15. Mai in der Zeit vom 1. November bis 31. Januar. In Regionen mit erhöhten Auflagen ist die Sperrfrist für Grünland um zwei Wochen verlängert und gilt somit vom 15. Oktober bis 31. Januar.

Ab dem 1. Februar ist das grundsätzliche Ausbringungsverbot für Stickstoffhaltige Dünger (Mineral- und Wirtschaftsdünger) auf Acker und Grünland beendet. Die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff oder Phosphat ist jedoch verboten, wenn der Boden:

  • überschwemmt,
  • gefroren (ein Boden ist gefroren, wenn er tagsüber nicht auftaut => DWD Bodenfrost)
  • schneebedeckt
  • oder wassergesättigt ist.

Im Sinne einer bedarfsgerechten Düngung hat sich in unserer Kooperation ein Modell entwickelt, was über die Sperrfristen der Düngeverordnung hinausgeht. So wird im Frühjahr abgewartet, bis wirklich ein Bedarf zur Dünung der Pflanzen nachgewiesen ist. Dazu wird das Temperatursummen Modell betrachtet, bis die Temperatursumme 200 erreicht hat. Anschließend wird die Wassersättigung in unserem Gebiet sowie der Wetterbericht hinzugezogen. Erst wenn alle Bereiche eine Düngung für sinnvoll erachten wird die organische Düngung im Rhein-Sieg-Kreis empfohlen.

Gülleausbringung

Gülle gehört direkt auf den Boden und nicht in die Luft. Und dabei geht es nicht nur um die Geruchsbelästigung, sondern auch um die klimaschädlichen Stickstoffverluste, die den Landwirt bares Geld kosten. Entscheidend dafür ist aber nicht nur die Ausbringungstechnik, sondern vor allem die Witterung beim Düngen und wie schnell die Gülle in den Boden eingearbeitet wird.

Große Maschinen und riesige Güllefässer sind dabei nicht gleichbedeutend mit großen Güllemengen auf der Fläche. Im Gegenteil: je größer, teurer und moderner die Maschinen, desto exakter ist zumeist die Verteilung der Gülle. Nicht jede Technik eignet sich gleichermaßen für den Acker und das Grünland. Grundsätzlich lassen sich diese Verfahren unterscheiden:

  • Breitverteiler
  • Schleppschlauch
  • Schleppschuh
  • Schlitzverfahren
  • Injektortechnik

Nutzen Sie die Möglichkeiten die Ihnen unsere Kooperation bietet und kontaktieren Sie uns! Im Bereich Dienstleistungen finden Sie eine Übersicht über die in Ihrer Kooperation vorhandene Technik für eine trinkwasserschonende Gülleausbringung.

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