Neuausweisung nitratbelasteter Gebiete (§13a DüV) erfolgt

Neuausweisung nitratbelasteter Gebiete (§13a DüV) erfolgt

Neue Gebietskulisse:

Die Zuständigkeit bei der Neuausweisung liegt beim LANUV. Anpassungen können einmal jährlich zum 01. Januar erfolgen. Zusätzlich erfolgt eine einmalige Anpassung zum 01. März 2021. In dieser Anpassung wird es aber nicht möglich sein, dass weitere Flächen zum nitratbelasteten Gebiet hinzugezählt werden. Sie können also auf Basis der jetzigen Zuordnung Ihre Düngebedarfsermittlung machen.

Die aktuellen Kulissen werden unter https://www.elwasweb.nrw.de zur Verfügung gestellt. Der Pfad ist: www.elwasweb.nrw.de -> Karten -> Gebiete nach §5, §13a Düngeverordnung und §38a WHG -> mit Nitrat belastete Gebiete nach §13a DüV (01/2021)

Besondere Verschärfungen im nitratbelasteten Gebiet:

  • Düngebedarfsermittlung „-20%“
    • Stickstoffdüngung 20 % unter errechneten Düngebedarf im Durchschnitt der Flächen in nitratbelasteten Gebieten.
    • Ausnahmen für Betriebe, die weniger als 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon nicht mehr als 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen
    • Ausnahme Dauergrünland, wenn Grünlandanteil im Gebiet unter 20 % liegt.
  • Verpflichtender Zwischenfruchtanbau
    • Eine Stickstoffdüngung zu Kulturen mit einer Aussaat nach dem 1. Februar ist nur zulässig, wenn auf der betroffenen Fläche im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut und nicht vor 15.01. umgebrochen wurde.
    • Ausnahmen bei spät geernteter Vorfrucht nach 01.10. oder
      in besonders trockenen Gebieten (< 550 mm langj. Jahresniederschlagsmittel).
  • 170 kg/ha N-Obergrenze aus Organik
    • auf jedem Schlag bzw. jeder Bewirtschaftungseinheit.
    • Ausnahmen für Betriebe, die weniger als 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon nicht mehr als 80 kg Gesamtstickstoff je Hektar in Form von mineralischen Düngemitteln aufbringen.
    • Ausnahme Kompost: Die 170ziger Grenze in kg N/ha darf für Kompost in einzelnen Jahren überschritten werden. Innerhalb von drei Jahren darf ein „rollendes 3- jähriges Jahresmittel“ von 510 kg N/ha nicht überschritten werden. Das bedeutet, dass unabhängig davon, welcher 3-Jahresmittelwert gebildet wird, die 510 kg-N-Obergrenze grundsätzlich in einem solchen Betrachtungszeitraum eingehalten ist.
  • Erweiterte Sperrfristen
    • Durch erweitere Sperrfristen müssen auch die Lagerkapazitäten entsprechend erweitert werden
    • Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem N-Gehalt auf Ackerland nach der Hauptfruchternte nur noch zu Zwischenfrüchten mit Futternutzung oder mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat bis 15.05.)
      • Ausnahme für Winterraps:
        wenn durch eine Bodenprobe nachgewiesen wird, dass die verfügbare Stickstoffmenge im Boden unter 45 kg Stickstoff je Hektar liegt;
      • Ausnahme für Zwischenfrüchte ohne Futternutzung:
        wenn Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost bis max 120 kg/ha Gesamt-N ausgebracht werden;
    • Begrenzung der N-Düngung im Herbst auf Grünland
      Begrenzung der Aufbringung flüssiger organischer Düngemittel zu Dauergrünland, mehrjährigem Feldfutterbau vom 01.09. bis Beginn der Sperrfrist auf 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar.
    • Sperrfristverlängerung auf Grünland
      Verlängerung der Sperrfrist für die Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Stickstoffgehalt auf Grünland um vier Wochen vom 01.10. bis 31.01.
    • Sperrfristverlängerung für Festmist, Kompost
      Verlängerung der Sperrfrist für Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost auf drei Monate vom 01.11. bis 31.01.
  • Erwartete weitere Maßnahmen in NRW:
    • Analyse organischer und organisch-mineralischer Düngemittel
    • Verpflichtende Schulungsmaßnahmen

 

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